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Am Internationalen Tag der Solidarität mit politischen Gefangenen wurde in Bremen eine Ausstellung über die Repressionen in Belarus eröffnet

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Am 18. März, dem Internationalen Tag der politischen Gefangenen, fand in Bremen eine Solidaritätsaktion statt, die an das Schicksal der Menschen erinnern sollte, die aus politischen Gründen ihrer Freiheit beraubt wurden. Besonderes Augenmerk galt an diesem Tag den belarussischen gewerkschaftlichen politischen Gefangenen.



Im Gewerkschaftshaus Bremen eröffneten Salidarnast / BKDP gemeinsam mit dem DGB Bremen eine Ausstellung mit Porträts der gewerkschaftlichen politischen Gefangenen, die sich heute in belarussischen Gefängnissen befinden. Im Foyer des Gebäudes wurden Roll‑ups mit Fotos und Informationen über die Repressionen gegen die unabhängige Gewerkschaftsbewegung in Belarus aufgestellt.


An der Eröffnung nahmen Vertreter belarussischer und deutscher Gewerkschaften teil. Der Vorsitzende des DGB Bremen, Christian Wechselbaum, betonte, dass es sich nicht um ein fernes, fremdes Problem handle, sondern um grundlegende Menschen‑ und Arbeitnehmerrechte.


Christian Wechselbaum, Chair of DGB Bremen
Christian Wechselbaum, Chair of DGB Bremen

Er sagte: „In dieser Ausstellung sehen wir die Gesichter von Kolleginnen und Kollegen, die noch heute in Haft sitzen — weil sie etwas tun, das für uns selbstverständlich ist: Proteste organisieren, ihre Meinung äußern, für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.“


Dies zeige deutlich: Es gehe nicht darum, dass „wir weit weg“ seien. Es gehe um grundlegende Rechte. Diese Ausstellung gebe den Gefangenen ein Gesicht — und erinnere daran, dass Solidarität keine Grenzen kennt. „Unsere Haltung ist klar: Freiheit für die inhaftierten Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter! Gewerkschaftsrechte sind Menschenrechte!“

Er erinnerte außerdem daran, dass die deutschen Gewerkschaften konsequent gegen die russische Aggression in der Ukraine auftreten. Er hob hervor, dass Salidarnast, das in Bremen arbeitet, zu einer wichtigen Stimme der unabhängigen belarussischen Gewerkschaftsbewegung im Exil geworden ist und ein bedeutender Partner für die deutschen Gewerkschaften sei.


Der Vertreter der IG Metall, Ulrich Breitbach, betonte, dass sein Gewerkschaftsverband das Thema Repressionen in Belarus kontinuierlich aufgreift und Informationskampagnen mit der Forderung nach Freilassung der Gewerkschaftsaktivisten durchführt — darunter Palina Sharenda‑Panasiuk, Aliaksandr Yarashuk und andere. Er erinnerte daran, dass sich in belarussischen Gefängnissen weiterhin Dutzende Menschen befinden, die wegen ihres zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Engagements verfolgt werden.


Ulrich Breitbach, IG Metall
Ulrich Breitbach, IG Metall

Bei der Eröffnung sprach auch der ehemalige politische Gefangene und BKDP‑Vorsitzende Aliaksandr Yarashuk. Neben dem Porträt von Valiantsin Tseranevich stehend erzählte er, dass er mit ihm im selben Gefängnis war, und erinnerte an die unmenschlichen Bedingungen, unter denen politische Gefangene in Belarus festgehalten werden.


„Trotz der Tatsache, dass sie unter unmenschlichen, GULAG-ähnlichen Bedingungen festgehalten werden, bleiben unsere Leute dort echte Menschen … Das ist es, wohin Totalitarismus führt. Wir müssen alles tun, damit es nirgendwo auf der Welt ein solches System gibt.“


Yauhen Dzenisenka, Salidarnast e.V. and BKDP leader Aliaksandr Yarashuk (right)
Yauhen Dzenisenka, Salidarnast e.V. and BKDP leader Aliaksandr Yarashuk (right)

Aliaksandr Yarashuk dankte allen Anwesenden für ihre Unterstützung und für die Solidarität der internationalen Gewerkschaftsbewegung mit jenen, die sich gegen die Repressionen in Belarus stellen.


„Ich habe eure Unterstützung gespürt, als ich hinter Gittern war, und genau das stärkt heute den Geist der politischen Gefangenen. Diese unsichtbare Verbindung hilft ihnen sehr.“

Im Namen von Salidarnast sprach Lizaveta Merliak. Sie rief die deutschen Partner dazu auf, die praktische Unterstützung der belarussischen demokratischen Kräfte fortzusetzen und jenen zu helfen, die aufgrund des Drucks der Diktatur gezwungen sind, das Land dringend zu verlassen.


Lizaveta Merliak, Salidarnast e.V.
Lizaveta Merliak, Salidarnast e.V.

In ihrer Rede betonte sie außerdem die Bedeutung der Bewahrung und Stärkung internationaler Kontrollmechanismen, darunter der Instrumente der Internationalen Arbeitsorganisation, die es ermöglichen, Druck auf Regime auszuüben, die die Vereinigungsfreiheit verletzen. Besonders wichtig sei, dass der DGB weiterhin eine der führenden Arbeitnehmerorganisationen bleibe, die internationale Mechanismen zum Schutz der Gewerkschaftsrechte unterstützen und sich für eine aktivere Diskussion der Situation in Belarus auf dreiseitiger Ebene — unter Beteiligung von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und der deutschen Regierung — einsetzen.



Die Ausstellung im Gewerkschaftshaus Bremen wird einen Monat lang geöffnet sein. Die Organisatoren hoffen, dass viele Menschen sie besuchen und dass sie erneut daran erinnert: Für Demokratie am Arbeitsplatz und für die Freiheit der Vereinigung lohnt es sich zu kämpfen.


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